Melatonin

das Schlafhormon

WL_Melatonin Lebensmittel © Adobe Stock

Melatonin ist eine natürliche Substanz, die in kleinen Mengen von der Epiphyse (Zirbeldrüse) – eine Drüse in unserem Gehirn – aus Serotonin produziert wird. In geringer Menge wird Melatonin auch von der Netzhaut des Auges und im Darm gebildet. Die Zirbeldrüse, die über Nervenbahnen direkt mit den Augen verbunden ist, schüttet bei Dunkelheit Melatonin in den Blutkreislauf aus. Durch Tageslicht wird die Ausscheidung gebremst.

Eigenschaften

Die Melatoninkonzentration steigt in der Nacht um den Faktor zehn an; das Maximum wird morgens gegen drei Uhr erreicht. Die Zirbeldrüse hilft also dabei, den Biorhythmus unseres Körpers zu regulieren. Als die Wissenschaftler diesen Sachverhalt feststellten, gaben sie dem Melatonin den Namen „Schlafhormon“: genügend Melatonin bedeutet guten Schlaf – wenig Melatonin schlechten Schlaf.

Beim Überfliegen der großen Zeitzonen wird unsere innere Uhr (und damit der Tag-Nacht-Rhythmus und Teile unseres Hormonsystems) durcheinandergebracht. Melatonin hilft, diesen zentralen Teil unseres „Betriebssystems“ neu einzustellen. Die Wirksamkeit von Melatonin bei Jet Lag wurde bereits mehrmals wissenschaftlich nachgewiesen.

Melatonin durchwandert in der Nacht unseren Körper und bietet jeder Zelle und jedem Organ die Möglichkeit, weniger zu arbeiten, denn Melatonin hat eine bremsende Wirkung. Dadurch können diese dann Reparaturvorgänge tätigen, die im Hochgeschwindigkeitszustand nicht möglich wären. In der Nacht kann der Organismus jene Systeme reparieren, die am Tag zerstört wurden. Dazu bedient sich der Körper der weißen Blutkörperchen, die schadhafte Stellen aufsuchen und sie reparieren oder, wenn zu stark geschädigt, die ganze Zelle zerstören und sie abtransportieren. Melatonin bindet sich an die T-Lymphozyten und beeinflusst deren Aktivität. Zudem fördert Melatonin die Fähigkeit der weißen Blutkörperchen, Antikörper zu bilden. Es hat daher auch immunologische Funktion.  Melatonin wirkt nicht nur direkt bremsend sondern senkt auch die Körpertemperatur, wodurch ebenfalls alle biologischen Systeme langsamer arbeiten. Sinkt die Körpertemperatur, dann sinkt die Fähigkeit der Zelle, energiereiche Reaktionen durchzuführen, die mit Radikalbildung und Degeneration einhergehen und findet die Möglichkeit, Reparaturvorgänge zu starten. In der Nacht wird  sozusagen der Alterungsprozess blockiert.  Melatonin ist zudem ein sehr stark wirksames Antioxidans. Es verhindert die Radikalbildung und beugt somit einer Reihe von Erkrankungen vor. Freie Radikale stehen in Zusammenhang mit Durchblutungsstörungen, degenerativen Erkrankungen, Krebserkrankungen, Hautalterung (Faltenbildung) sowie allen Alterungsprozessen. Melatonin wirkt jedoch nicht nur selbst antioxidativ sondern verbessert auch die Produktion anderer antioxidativer Substanzen wie z. B. der SOD (Super-Oxid-Dismutase).

Vorkommen

Melatonin ist auch in manchen Pflanzen zu finden, so z. B. im Johanniskraut, Senfsamen, Goji-Beere, Sonnenblumenkerne, Koriander, Anis, Mandeln, Sauerkirschen, Tomaten, Ingwer, Bananen, Pistazien …

Die wichtigsten Wirkungen zusammengefasst:

  • natürliches Schlafmittel bei Einschlafstörungen und Jet-Lag 
  • abwehrstärkend
  • Durchblutungsstörungen vorbeugend 
  • prämenstruelle Beschwerden mindernd
  • Better-Aging